„Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann bedeutet es das Recht darauf, den Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.“

George Orwell, englischer Schriftsteller

Viele Menschen sehen Design als ein Mittel die Produkte von der Konkurrenz abzuheben. Das ist das unternehmerische Bild von Design.

Für mich gehört viel mehr dazu. Design muss Produkte schaffen, die die Menschen lieben. Design ist keine Fassade. Design ist das fundamentale Grundgerüst eines Produkts.

Design ist aber nicht nur ausschließlich Gestaltung und mit den Augen eines Designers zu sehen. Design ist heutzutage mehr. Es ist ein gemeinschaftlicher Entstehungsprozess eines Produkts. Optik aber auch smarte Lösungen und verständliche Produkte machen die heutige Produktwelt aus und das geht nur durch ein enges Zusammenspiel von unterschiedlichen Bereichen.

Ein gutes Produkt entsteht somit nicht allein aus dem Design heraus, es ist eine Kombination aus guter Ingenieurskunst, der Auseinandersetzung mit Materialien, Farben, Software, Technologien und Gestaltung. Somit ist es wichtig Teams interdisziplinär zusammenzustellen und auch zusammenzusetzen. Es sind für mich nicht mehr reinrassige Linien oder auch Designbereiche, keine kleine Königreiche in grossen Ganzen. Es ist eine Essenz daraus, die Produkte entstehen lässt.

„Wenn man so ehrgeizig ist wie wir, funktioniert die historische Art der Produktentwicklung nicht. Wenn die Herausforderungen derart komplex sind, muss man ein Produkt eher gemeinschaftlich und ganzheitlich entwickeln.“ Jony Ive

Grenzen abverlangen ist ein weiterer wichtiger Punkt. Über den Tellerrand zu schauen und Unmögliches möglich machen, zu überraschen, aber auch einmal Dinge wagen, die erst einmal absurd erscheinen. Man muss dem Team allerdings diese Freiheiten geben und es aus dem bestehenden Prozess herausnehmen. Freiheiten geben, aber auch Ergebnisse verlangen.

Räumlichkeiten schaffen, die nicht an enge Ingenieurszellen erinnern, sondern Platz schaffen und die strenge Raumsituation aufbrechen.

Es sind nicht die kreativen Softwareprogramme wichtig, in denen man jede mögliche Form erstellen kann, um gute Designs zu machen. Wichtig ist es, ein gutes Gestaltungsprogramm zu haben, dass die Entwürfe von Maschinenbauern auch verwendet werden können. Damit können erste Formen schnell auf 3D Druckern oder auch CNC Fräsen schnell erstellt werden um schnell visuelle Prototypen zu bekommen, auf die man aufbauen kann .

Somit ist es auch wichtig eine Modellwerkstatt in den Prozess zu integrieren. Die Modellwerkstatt ermöglicht schon frühzeitig Einblicke in die Produkte und gibt ein erstes Gefühl für das Produkt (haptisch, visuell und emotional).

Erste Modelle und Varianten können schnell und früh im Prozess erstellt werden und als Entscheidunghilfe für die weiteren Schritte dienen. Neue Konstruktionen können getestet werden und an Testpersonen sofort ausprobiert werden. Man muss sich hier trauen auch einmal etwas zu riskieren. Nicht erst auskonstruieren, bis ins letzte Detail, sondern im Prozess entwickeln. Ideen generieren, verwerfen, diskutieren oder auch daran weiter machen. Wichtig ist es hier allerdings Entscheidungen auch zu treffen und auch dazu zu stehen. Das macht den Entwicklungsprozess schnell und effektiv.

Ein Materiallabor, in dem Materialien untersucht werden, optisch, im Zusammenspiel miteinander und auch technisch, hilft schon recht frühzeitig neue Ansätze zu erkennen oder auch Kombinationen auszuschliessen. Wie sind Lichtsituationen, Lichtfarben und auch Lichtsituationen an Produkten. Ebenfalls wird deutlich was man wie fertigen kann, was wie Sinn macht und welches Material man auch alternativ einsetzen kann. Was gibt es gerade Neues und was sind die Eigenschaften.

Phantasievoll machen, was bis dato langweilig war, und technischen Dingen ein begehrenswertes und menschliches Gesicht zu geben, was bisher eher freudlose Dinge waren, ist die Genialität eines guten Designs.

Innovation ist selten eine große Idee. Meistens sind es kleine Ideen, die auf eine andere, neuere und bessere Art zusammengebracht werden.